Vortrag 8

Troubled Desire – Internetbasierte Strategien zur verursacherbezogenen Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs
Maximilian von Heyden, Institust für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin

7. Februar, 11:50 Uhr

Sexuelle Traumatisierungen von Kindern sowie der Konsum von Missbrauchsabbildungen sind ein globales Problem. Therapeutische Interventionen, die sich an (potentielle) Verursacher richten, sind ein wirksamer Baustein diese zu verhindern.
Der Vortrag gibt Einblicke in die praxisorientierten Forschungsprojekte „don’t offend to peer“ und „Troubled Desire“, die Menschen mit pädophiler Sexualpräferenz frühestmöglich erreichen und in Therapie vermitteln sollen.
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Vortrag 7

„Mein Missbrauch steht im Netz“ – eine Betroffenenperspektive und mögliche Lösungen
Ingo Fock, gegen-missbrauch e.V.
Julia von Weiler, Innocence in Danger

7. Februar, 11:20 Uhr

„Wir machen immer noch gute Geschäfte mit dir!“
(Täterzitat an Katja S.)
Digitale Medien und das Internet verändern sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen fundamental. Gerade in den vergangenen Monaten wurde sichtbar, wie häufig sexueller Missbrauch innerhalb des familiären Umfelds durch digitale Medien weite Kreise zieht und die Anzahl der Täter und Täterinnen drastisch erhöht.
Eine internationale Befragung Betroffener, deren Missbrauchsdarstellungen verbreitet wurden, weist auf deutliche Lücken in der Strafverfolgung und der psychosozialen sowie medizinischen Versorgung hin.
Betroffene von sexuellem Kindesmissbrauch, die wissen, dass die an ihnen ausgeführten Taten auch  noch in Form von Bildern und/oder Videos visualisiert  wurden, unterliegen ganz besonderen Belastungssituationen. Und dass unabhängig von der Tatsache, ob ein organisierter Kontext vorliegt oder nicht.
Beratungsstellen sind mit dieser Form der Gewalt oftmals (noch) überfordert.
Welche Änderungen und Weiterentwicklungen, sowohl von Gesetzgeber als auch Strafverfolgungsbehörden wären notwendig, um Betroffenen von Missbrauch und dessen Abbildung im therapeutischen Kontext zur Verarbeitung der Gewalttaten zu unterstützen?
Wir müssen das Undenkbare denken, um Menschen, die schier unglaubliches überlebt haben, wirklich zu helfen. 

Vortrag 6

Fighting Child Sexual Abuse Online – An Analysis of the Past, Present and Future of Project Sweetie 2.0
Hans Guijt, Terre des Hommes Netherlands

7. Februar, 10:00 Uhr

Livestreaming of child sexual abuse has developed over a short period of years from a growing trend to an increasing threat. Recent research in the Philippines by Terre des Hommes has demonstrated that – in comparison to 2013 – this phenomenon, known as ‚cybersex‘ – has spread from urban to rural areas. The victims are getting younger now that even babies are offered online and the violence against children is getting more extreme.
Though law enforcement in the Philippines is becoming more active in the struggle against livestreaming, there is growing awareness that as long as the demand for child sex abuse online remains nearly unchallenged, the authorities there will continue to fight an uphill battle.
Terre des Hommes has developed Sweetie 2.0, software to intercept, identify and deter individuals active online seeking to engage children in sexual activities. The Sweetie Project Team is supported by a legal team of Leiden University as well as forensic psychologists of Tilburg University and is working together with the Philippine National Police and the Justice Department in a joint effort to stem the tide. We appreciate the invitation to share our findings, experiences and results to a wider audience.

Vortrag 5

Online-Grooming – Zum Bedarf einer Strafbarkeit des Versuchsdelikts
Rainer Franosch, Justizministerium Hessen

7. Februar, 09:30 Uhr

Kinder, die sich in Chatforen oder in sozialen Netzwerken bewegen, sind einer erheblichen Gefahr ausgesetzt, Opfer sexueller Übergriffe zu werden. Das gilt auch für solche Foren, die sich speziell an Kinder richten. Die Gefährdung bestehen darin, dass ältere Personen, zumeist Erwachsene, die häufig über ihr wahres Alter täuschen und sich als Kinder oder Jugendliche ausgeben. Dieses sog. „Cybergrooming“ geschieht mit dem Ziel, das Vertrauen von Kindern zu erschleichen und sie durch List und Überredung oder Drohungen zu veranlassen, sexuelle Handlungen vorzunehmen oder sich unbekleidet zu zeigen.
Die strafrechtliche Verfolgung von „Cybergrooming“ ist nach geltendem Recht jedoch vor allem durch die fehlende Strafbarkeit in jenen Fällen erschwert, in denen die Täter bei Durchführung der Tatkommunikation davon ausgehen, auf ein Kind einzuwirken, es sich bei dem Kommunikationspartner tatsächlich aber um über 13-jährige Personen handelt.
Dies führt zu dem Ergebnis, dass Ermittlungsmethoden wie der Einsatz von verdeckt ermittelnden Polizeibeamten nicht erfolgreich angewendet werden können. Der Vortrag schildert die Probleme der Strafverfolgungspraxis und erläutert die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung.

Vortrag 4

Das Broken-Web-Phänomen als Erklärungsansatz für onlinebasierte Sexualdelikte
Thomas-Gabriel Rüdiger, Kriminologe am Institut für Polizeiwissenschaft der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg

7. Februar, 09:00 Uhr

Der digitalen Raum ist geprägt durch die onlinebasierte Interaktion und Kommunikation zwischen Menschen über physische Grenzen hinweg. Dies bedeutet auch, das Kinder mit unbekannten Erwachsenen und anderen Minderjährigen in den unterschiedlichsten sozialen Medien in Kontakt kommen, ohne dass es eine grundlegende gesellschaftliche Diskussion zu diesen Umstand gegeben hat. Die negativen Auswirkungen dieser Entwicklung zeigen sich vor allem im Deliktsfeld Cybergrooming. Denn auf der einen Seite steht grenzenlos agierenden Tätern keine gleichwirksame globale Normenkontrolle im digitalen Raum entgegen. Dies spiegelt sich in Deutschland unter anderem in dem Umstand wieder, dass einem geringen Hellfeld mit einer hohen Aufklärungsquote ein nach unterschiedlichen Studien sehr großes Dunkelfeld gegenüber steht. Entsprechend gering erscheint die Strafverfolgungswahrscheinlichkeit und damit die Angst der Überführung bei den Tätern.  Auf der anderen Seite entwickelt sich Cybergrooming auch immer stärker zu einem Delikt, dass durch Kinder und Jugendliche selbst begangen wird. Dies mag auch bedingt sein durch eine gegenwärtig nur rudimentär vorhandene Vermittlung von digitalen Kompetenzen und Normen an Kinder durch Eltern oder schulische Bildungsträger.
Der Broken Web Ansatz überträgt hierbei die Konzepte der Routine Acitivity und Broken Windows Theorien auf den digitalen Raum und beschreibt damit die Situation, dass massenhaft begangenen digitalen Delikten keine entsprechend effektiven kontrollierenden Faktoren entgegengesetzt werden, was die Hemmschwelle zur Begehung von Delikten senken kann.

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