Online-Grooming – Zum Bedarf einer Strafbarkeit des Versuchsdelikts
Rainer Franosch, Justizministerium Hessen

7. Februar, 09:30 Uhr

Kinder, die sich in Chatforen oder in sozialen Netzwerken bewegen, sind einer erheblichen Gefahr ausgesetzt, Opfer sexueller Übergriffe zu werden. Das gilt auch für solche Foren, die sich speziell an Kinder richten. Die Gefährdung bestehen darin, dass ältere Personen, zumeist Erwachsene, die häufig über ihr wahres Alter täuschen und sich als Kinder oder Jugendliche ausgeben. Dieses sog. „Cybergrooming“ geschieht mit dem Ziel, das Vertrauen von Kindern zu erschleichen und sie durch List und Überredung oder Drohungen zu veranlassen, sexuelle Handlungen vorzunehmen oder sich unbekleidet zu zeigen.
Die strafrechtliche Verfolgung von „Cybergrooming“ ist nach geltendem Recht jedoch vor allem durch die fehlende Strafbarkeit in jenen Fällen erschwert, in denen die Täter bei Durchführung der Tatkommunikation davon ausgehen, auf ein Kind einzuwirken, es sich bei dem Kommunikationspartner tatsächlich aber um über 13-jährige Personen handelt.
Dies führt zu dem Ergebnis, dass Ermittlungsmethoden wie der Einsatz von verdeckt ermittelnden Polizeibeamten nicht erfolgreich angewendet werden können. Der Vortrag schildert die Probleme der Strafverfolgungspraxis und erläutert die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung.

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