Potential der Fallzahlsteigerung bei der Fahndung nach kinderpornografischen Daten im Internet durch internationale Zusammenarbeit
Kriminaloberrat Manuel Klughardt, Bayerisches Landeskriminalamt

6. Februar, 16:45 Uhr

Die Polizeidienststellen in Deutschland verzeichnen einen massiven Anstieg an Vorgängen, bei denen es um die Verbreitung, den Erwerb und den Besitz von kinderpornografischem Material geht. Der Anstieg ist unter anderem auf vermehrte Meldungen der großen Provider wie Facebook oder Google zurückzuführen.
Diese sind gesetzlich verpflichtet, Verdachtsfälle an das National Center für Missing and Exploited Children zu übermitteln. Das NCMEC (National Center für Missing and Exploited Children) ist eine vom US-Kongress unterstütze gemeinnützige Organisation, die u.a. Hinweise zur Verbreitung kinderpornografischer Schriften von amerikanischen Telekommunikations- und Telemediendiensteanbietern entgegennimmt und die zuständigen staatlichen Ermittlungsbehörden weiterleitet. Hinweise auf deutsche Täter werden täglich an die deutschen Strafverfolgungsbehörden gemeldet.
Seit dem Jahr 2013 ist die Zahl der durch das NCMEC an die deutschen Behörden übermittelten Vorgänge mit Hinweisen zu deutschen Tatverdächtigen kontinuierlich stark angestiegen.
Das tatsächliche Ausmaß der Verbreitung von Kinderpornografie kennen die Strafverfolgungsbehörden nicht, jedoch bietet die internationale Zusammenarbeit mit dem NCMEC neue und größere Möglichkeiten, nicht nur die Verbreitung von kinderpornografischem Material zu unterbinden, sondern den sexuellen Missbrauch von Kindern zu stoppen. Für dieses Ziel kämpft Manuel Klughardt mit seiner Dienststelle beim Bayerischen Landeskriminalamt.