Täglich Kinderpornographie – Belastungssituation
und Copingstrategien der Ermittler*innen im Umgang mit Missbrauchsdarstellungen
Gerlind Kirchhof, Sozialwissenschaftlicher Dienst der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen

6. Februar, 15:45 Uhr

Das Darknet besteht mehr oder weniger seit dem Jahr 2002. Es ist eine internationale und anonyme Plattform für den Handel mit illegalen Waren wie z.B. Waffen, Drogen, Gewaltvideos und Kinderpornografie (vgl. Pursche & Widder, 2013). Insbesondere die Datenmenge im Bereich Kinderpornografie steigt gegenwärtig exponentiell.
Neben der erheblichen Datenmenge ist die tägliche Konfrontation mit den unzähligen Arten sexueller Perversionen, Vergewaltigungen und z.T. massiver Gewalt gegen Kinder und Erwachsene eine emotionale Herausforderung für die polizeilichen ErmittlerInnen.
2015 wurde der Sozialwissenschaftliche Dienst der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen vom niedersächsischen Innenministerium beauftragt eine psychologische Studie durchzuführen. Ziel der Studie war es, die entstehenden Belastungen zu spezifizieren und das Coping sowie die Entlastungsmöglichkeiten der ErmittlerInnen zu identifizieren.
Ergebnis der Studie:
Auf der einen Seite können eher keine signifikanten Steigerungen von sekundärem traumatischem Stress oder Burnout gemessen werden. Auf der anderen Seite berichten die ErmittlerInnen von vielfältigen Veränderungen bzgl. ihres Umgangs mit Kindern, in ihren Partnerschaften und zu einem geringen Anteil auch in Bezug auf ihre Sexualität.
Die ErmittlerInnen, welche ihre Arbeit als bedeutsam und sinnhaft wahrnehmen, sind offenbar am gesündesten. Ein Befund der in guter Übereinstimmung zu dem Modell der Salutogenese (Antonovsky, 1987) steht.

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